NRW Car 1.0

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Die Idee

Im DesignStudio NRW werden neue intermodale Fahrzeugkonzepte entworfen.

In der ersten Phase 2013 wurde mit einer Anschubfinanzierung durch das Wirtschaftsministerium NRW ein automobiler Designentwurf in Form eines 3D Modells, Animationen des In- und Exterieurs, 1:5 Maßstabmodell, eine Fahrsimulation in einer virtuellen künftigen Ruhrgebietsumgebung und eine Visualisierung des Mobilitätsverhaltens in Städten 2030 entwickelt. Designentwurf, Fahrsimulation und Visualisierungen der Stadtumgebung wurden ausgewählten Personen der Zielkundengruppen zusammen mit heutigen Elektrofahrzeugen derselben Fahrzeugklasse im Teststudio, der einwöchigen Car Clinic, im November 2013 präsentiert. Bei der Auftaktveranstaltung zur Car Clinic wurden die Forschungsergebnisse vorgestellt, um über das Projekt zu informieren. Im DesignStudio NRW wurden zuvor breit angelegte Interviews geführt. Fragen zum Design und zur Ausstattung von Fahrzeugen, zum Fahrzeuginnenraum und zu neuen Verkehrskonzepten wurden gestellt, um mehr über Marktchancen und Kaufwahrscheinlichkeit der Elektrofahrzeuge und über Ansprüche an Design, Material und Qualitätsanmutung zu erfahren.

Grundlage der Entwicklung des NRWCars war ein Lastenheft, mit dem ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten für das zu entwickelnde Elektrofahrzeug geschaffen wurde und das den Gestaltungsrahmen definiert. Erfahrungen in der Automobilindustrie zeigen, dass dazu eine Verdichtung der detaillierten Einzelergebnisse der Projektpartner notwendig ist. Im Sinne eines „Frontloadings“, d.h. des Ziels, die Eigenschaften eines Produktes oder Bauteils so früh wie möglich für die Entwicklung zu definieren, sollte der Vorentwicklungs- und Designprozess vereinfacht werden.


Die Vision

Rein batterieelektrische Fahrzeuge für das Volumensegment des deutschen Automobilmarktes sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung

Das NRWCar zielt ab auf die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage im (Volumen-)Markt von Elektrofahrzeugen. Marktuntersuchungen haben klar gezeigt, dass viele Autokäufer durchaus ein Elektrofahrzeug kaufen würden, jedoch nur bedingt die Unzulänglichkeiten wie die geringe Reichweite in Kauf nehmen und keinen höheren Aufpreis zahlen werden. Das Angebot deutscher Hersteller besteht gegenwärtig einerseits aus neu entwickelten Premiumfahrzeugen in der Kompaktklasse, dem C-Segment, mit Preisen um 35.000 Euro (wie z.B. der BMW i3, den Kunden des Volumenmarktes nicht kaufen werden) und andererseits aus Kleinstwagen (wie z.B. der VW E-up) im Kleinstwagensegment (A-Segment), die bei einem Preis von etwa 27.000 Euro für die Anbieter voraussichtlich Verluste bringen und deshalb nur zögerlich angeboten werden.

Somit fehlen wirtschaftlich attraktive Elektrofahrzeuge in den Segmenten der Kleinwagen (B-Segment) und der Kompaktklasse (C-Segment), die der Preisbereitschaft der Kunden im Volumenmarkt entsprechen. Sie sind Voraussetzungen, um Fahrzeuge und Teile in NRW und Deutschland herzustellen und damit die hohe Wertschöpfung und Beschäftigung zu sichern. Bei einer Kleinserienfertigung von Elektrofahrzeugen der Ober- und Luxusklasse würden in Deutschland und NRW kaum noch Arbeitsplätze und Wertschöpfung bleiben.

Deshalb wurde mit dem NRWCar ein Fahrzeug entworfen, das für Kunden im Volumensegment – und nicht nur für wenige avantgardistische und sehr finanzstarke Käufer – attraktiv ist. Das Projektteam berücksichtigt die veränderten gesellschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen für das Jahr 2030.
Veränderte Mobilitätsgewohnheiten und die Folgen des Klimawandels werden die Stadtumgebung beeinflussen. Neue Vernetzungen, neue Steuerungssysteme, technische Innovationen und neue Dienstleistungen werden zukünftig im Individualverkehr, wie im Beruf und in der Freizeit, Zeitersparnisse z.B. bei Einkauf und bei der Parkplatzsuche bringen.

Das NRWCar ist ein rein batterieelektrisches Fahrzeug geworden, da z.B. alle im Rahmen eines EU-Projektes 2012 befragten Experten in Europa, den USA und Ost-Asien (Japan, China und Südkorea) den Durchbruch dieser Fahrzeuge nach 2030, auch im Volumensegment, erwarten.
Ein NRWCar für das Jahr 2020 wäre hingegen ein Hybridfahrzeug im Kleinst- oder Oberklassesegment geworden.

Das Projektteam entwarf das erste rein batterieelektrische Fahrzeug für Volumensegmente des deutschen Automobilmarktes, das Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichern könnte.


Die Aufgabe

 

aufgabeFolgende Arbeitspakete wurden entsprechend eines realen Produktentwicklungsprozesses im intensiven Austausch aller Projektbeteiligten bearbeitet.

  1. Erfassung der Kundenanforderungen an Elektrofahrzeuge durch den Lehrstuhl für „Internationales Automobilmanagement“, Uni Duisburg – Essen
    • Quantitative Analyse der Kundengruppen
    • Qualitative Analyse durch Fokusgruppengespräche
    • Erprobung und Test des NRWCars im DesignStudio NRW  zur Erfassung der Kundenreaktionen
  2. Erfassung der Vorbehalte (Kaufbarrieren) der Zielkunden durch den Lehrstuhl für „Allgemeine Psychologie – Kognition“, Uni Duisburg – Essen
    • Qualitative und quantitative Untersuchung der Erwartungen und Vorbehalte der Zielkunden gegenüber Elektrofahrzeugen
    • Erprobung und Test des NRWCars im DesignStudio NRW  zur Erfassung der Kundenreaktionen
  3. Prüfung und Erarbeitung technischer Zusatzleistungen  von Elektrofahrzeugen durch den Lehrstuhl für „Mechatronik“, Uni Duisburg – Essen
    • Rahmenbedingungen für das Vehicle Package des NRWCars und technische Auslegung des Fahrzeugs
    • Simulation der Fahrt durch die Stadtumgebung 2030 mit Hilfe des konzipierten Fahrsimulators (mit freundlicher Unterstützung von FORD)
  4. Gestaltung und Visualisierung der Stadtumgebung 2030 durch das „Institut für Stadtplanung und Städtebau“, Uni Duisburg – Essen
    • Gestaltung der Fahrt im Simulator durch die Stadt der Zukunft
    • Visualisierung der Stadtumgebung 2030 in Form eines Videos und Charts zur Datenerhebung auf der Car Clinic
    • Konzept und Entwurf des Ausstellungs- und Leitsystems der Car Clinic
  5. Gestaltung und Visualisierung des NRWCars durch das Team „Strategie & Vision / Gesellschaft in Bewegung“, Folkwang Universität der Künste
    • Konzept, Entwurf und analoge sowie digitale Umsetzung des NRWCars
    • Modellbau des 1:5 Maßstabmodells (durch FORD ermöglicht)
    • Konzept und Entwurf des Ausstellungs- und Leitsystems auf Car Clinic
    • Kommunikationsstrategien

Das Projektteam

 

Universität Duisburg – Essen

Lehrstuhl für ABWL & Internationales Automobilmanagement

gruppe_proff_halb

Prof. Dr. Heike Proff // Nicole Schleiffer, M.Sc. // Dipl. Bw. (Univ.) Thomas Martin Fojcik, M.A. // Stefan Schwarz, LL.M.

 

Universität Duisburg – Essen

Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie — Kognition

Prof. Dr. Matthias Brand // Laura Bottel, B.Sc. // Silke Müller, B.Sc.

 

Universität Duisburg – Essen

Lehrstuhl für Mechatronik

Prof. Dr. Ing. Dieter Schramm // Dr. Ing. Benjamin Hesse // Dipl. Ing. Martin Koppers // Dipl. Wirt. Inf. Hendrik Völker

 

Universität Duisburg – Essen

Institut für Stadtplanung & Städtebau

Prof. Dr. Ing. J. Alexander Schmidt // Dipl. Ing. Sonja Hellali Milani // Dipl. Ing. Daniel Bläser

 

Folkwang Universität der Künste

Fachbereich Gestaltung
Strategie & Vision // Gesellschaft in Bewegung

gruppe_mehnert_halb

Prof. Kurt Mehnert // Prof. (stv.) Carolin Schreiber // Dipl. Des. Nina Pillen // Jannes Weber, B.A.

 

Ford Werke GmbH

Team-Ford

Caspar Dirk Hohage (n.a.) // Dr. Roland Krüger (n.a.) // Bruno Alves (Rapid Prototyping Specialist) // Bernd Peter (5-axis NC Team Lead) // Ralph Wessels (Design IT) // Harry Blindert-Gritto (Design Fabrication) // Jörg Schäfer (Design Services Manager)